Professor Busse erhält GEBF-Nachwuchspublikationspreis
18.03.2026
Die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) verleiht Professor Busse den Nachwuchspublikationspreis 2026 in der Kategorie PostDocs.
Eine Auszeichnung für herausragende Bildungsforschung: Die Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF) verleiht Professor Busse für sein Paper Explaining higher VET dropout rates among adolescents with a migration background in Germany: the role of career compromises den Nachwuchspublikationspreis 2026 in der Kategorie PostDocs.
Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit David Glauser (Fachhochschule Nordwestschweiz) und Katja Scharenberg (LMU München). Die Auszeichnung würdigt sowohl die hohe empirische Qualität der Arbeit als auch ihre große gesellschaftliche Relevanz. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die Gestaltung erfolgreicher Übergänge in die berufliche Ausbildung und für mehr Chancengerechtigkeit im Berufsbildungssystem.
Worum geht es in der ausgezeichneten Studie?
Auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) untersucht die Studie, warum Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland häufiger ihre berufliche Ausbildung abbrechen. Obwohl dieses Muster seit Langem bekannt ist, fehlte bislang ein genaueres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen. Hier setzt die Studie an und rückt einen bislang wenig beachteten Faktor in den Mittelpunkt: Karrierekompromisse beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Solche Kompromisse entstehen, wenn Jugendliche ihren Wunschberuf nicht realisieren können und stattdessen auf alternative Ausbildungsoptionen ausweichen müssen – häufig bedingt durch strukturelle Einschränkungen wie begrenzte Ausbildungsplätze oder geringere Erfolgschancen im Bewerbungsprozess.
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere eine mangelnde Passung zwischen den inhaltlichen Anforderungen der Ausbildung und den beruflichen Interessen der Jugendlichen das Risiko eines Ausbildungsabbruchs erhöht. Damit wird deutlich, dass nicht nur individuelle Voraussetzungen, sondern vor allem strukturelle Zugangsbarrieren und eingeschränkte Wahlmöglichkeiten entscheidend zur Ungleichheit im Ausbildungssystem beitragen.